Störungsbilder bei Kindern und Jugendlichen

Eine ausführliche Diagnose, Anamnese und Besprechung der Behandlungsmethoden und Ziele stehen am Anfang der Therapie. Hierfür nutzen wir Testmaterial, Bewertungsskalen und therapeutisches Spielmaterial für kleine Kinder.

Die Therapie erfolgt je nach Bedarf ein- oder mehrmals in der Woche in der Praxis, oder wen der Arzt verordnet, als Hausbesuch. Zum Teil können auch Intervall- oder Blocktherapien sinnvoll sein. In einigen Fällen kann auch neben oder statt der Einzeltherapie eine Gruppentherapie günstig sein. Die Therapieeinheiten sind je nach Alter und Störung zwischen 30 – 60 Minuten lang.

Alle Therapien werden individuell geplant. Wir versuchen, sowohl an den Hintergründen und möglichen Ursachen einer Störung zu arbeiten als auch direkt einzelne Fertigkeiten zu trainieren.
Für Kinder wird die Therapie spielerisch gestaltet. Wir nutzen die klassischen sprachtherapeutischen und pädagogischen Verfahren. Durch ständige Fortbildungen und Kontakte zur Universität bleiben wir immer auf dem neusten Stand.

Für den Erfolg der Therapie ist und eine Zusammenarbeit mit allen beteiligten Personen und Einrichtungen wichtig, wie z.B. Eltern, Ärzte, Pädagogen, Krankengymnasten, Frühförderstellen etc.

Nachfolgend eine Übersicht der Störungsbilder, die wir in unserer Praxis diagnostizieren und therapieren können.

Artikulationsstörung (Dyslalie)

Störungen der kindlichen Aussprache. Das Kind bildet einen oder mehrere Laute nicht korrekt (z.B. Vodel statt Vogel). Es wird zwischen phonetischen und phonologischen Störungen unterschieden.

Grammatische Störungen (Dysgrammatismus)

Wenn Kinder über lange Phasen Sätze verdrehen, Wörter auslassen, umstellen und grammatische Regeln schwer erkennen, spricht man von Dysgrammatismus.

Sprachentwicklungsverzögerung

Die Kinder beginnen erst spät und langsam zu sprechen, was an unterschiedlichen Störungen in der Entwicklung liegen kann. Der Wortschatz ist nicht altersgemäß, das Sprachverständnis kann beeinträchtigt sein sowie die Aussprache und Grammatik.

Myofunktionelle / Mundmotorische Störung

Manchmal sind einzelne Muskeln im Mund- und Gesichtsbereich zu schwach oder stark entwickelt. Dies kann zu Aussprachestörungen, Zahnfehlstellungen und/oder Schluckstörungen führen.

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung

Schwierigkeiten in der Unterscheidung/Merkfähigkeit ähnlicher Laute. Störungen der zentralen Hörbahnen können z.B. Bereiche der Sprachentwicklung, Schriftsprache, Konzentration und Lernentwicklung negativ beeinflussen.

Redeflussstörungen: Stottern/Poltern

Stottern: Einzelne Laute, Silben oder Wörter werden wiederholt, gedehnt oder es kommt zu Blockaden.

Poltern: Auffallend ist das schnelle Sprechtempo und verschlucken einzelner Laute / Wörter.

In einer bestimmten Phase der kindlichen Sprachentwicklung sind Unflüssigkeiten nichts Ungewöhnliches, die Kinder denken schneller als sie sprechen.

Die Unterscheidung zwischen kindlicher Unflüssigkeit und beginnendem Stottern ist sehr wichtig, denn je früher eine Therapie einsetzen kann, um so günstiger die Prognose.

Mutismus

Die Furcht, mit anderen zu sprechen, obwohl die Artikulation und Grammatik altersgerecht ausgebildet sind. Man unterscheidet zwischen selektiven und totalem Mutismus.

Stimmstörungen

Durch falsche Beanspruchung der Stimmmuskulatur – bei Kindern meist durch zu lautes Sprechen / Schreien – kann der Stimmklang heiser sein.

Schluckstörung / Dysphagie

Durch Schädigung der Schluckmuskulatur, z.B. bei Frühchen, Kindern mit LKG-Spalten, u. a Erkrankungen / Syndromen, kann das Essen und Trinken erschwert sein.

Aphasie

Eine Schädigung des Sprachzentrums im Großhirn, z.B. durch einen Unfall, kann Störungen im Sprechen, der Wortfindung, der Grammatik, des Lesens und Schreibens sowie des Verstehens von Inhalten zur Folge haben.

Dysarthrie

Verursacht durch eine Hirnschädigung, z.B. Unfall oder präperinatal, können die Aussprache, Atmung, Betonung, Sprechmelodie betroffen sein. Therapie auch auf Basis von UK – Unterstützter Kommunikation.